Ratgeber: Wie funktioniert die Einlagensicherung in Deutschland?

Die Einlagensicherung ist ein Schutzmechanismus, der Kundengelder vor Verlusten bei einer möglichen Bankinsolvenz schützen soll. Die gesetzliche Einlagensicherung wird hierbei durch den deutschen Staat garantiert und gilt für Einlagen von Sparkassen ebenso wie für Einlagen von Privat- und Geschäftsbanken.

1. Wie funktioniert die gesetzliche Einlagensicherung?
2. Welche Einlagensicherungen gelten im Ausland?
3. Für welche Einlagen gilt die gesetzliche Einlagensicherung?
4. Müssem Anleger die gesetzliche Einlagensicherung extra beantragen?
5. Gibt es neben der gesetzlichen Einlagensicherung weitere Sicherungssysteme?

1. Wie funktioniert die gesetzliche Einlagensicherung?

In Deutschland gibt es bezüglich der Einlagensicherung gesetzliche Regeln, die für alle Anleger einheitlich gelten. Seit September 2010 gilt demnach eine gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro pro Person. Für Gemeinschaftskonten gilt demnach die doppelte Absicherung, also 200.000 Euro. Gelder, die bis zu dieser Höhe angelegt werden, sind bei einer möglichen Insolvenz des Kreditinstituts vollumfänglich geschützt. Verluste müssen bis zu diesem Anlagebetrag also in keinem Fall befürchtet werden.

Um in den Genuss der deutschen Einlagensicherung zu kommen, müssen die Anlagen allerdings bei einer deutschen Bank getätigt werden. Geldanlagen bei ausländischen Kreditinstituten hingegen unterliegen der jeweiligen Einlagensicherung dieses Landes.

2. Welche Einlagensicherungen gelten im Ausland?

Immer häufiger sind in Deutschland Banken aus dem Ausland aktiv, die ihre Geldanlage- und Kreditprodukte über das Internet offerieren. Gerade im Bereich der Geldanlage offerieren diese Institute mitunter attraktive Konditionen, die auch Anleger aus Deutschland gerne nutzen wollen.

Damit die Gelder im Insolvenzfall der Bank geschützt sind, sollten sich Anleger allerdings vorab über die Höhe der Einlagensicherung informieren. Seit Januar 2011 gelten innerhalb Europas einheitliche Höchstsicherungsbeträge von 100.000 Euro, die Anleger sowohl in den Niederlanden wie auch in Frankreich und Griechenland nutzen können. In Großbritannien sind die Einlagen der Kunden bis zu einer Höhe von 85.000 britischen Pfund geschützt. Auch diese Absicherung entspricht in etwa 100.000 Euro. Die Höhe der jeweiligen Absicherung kann im Internet abgerufen werden. Auch viele Geldanlagevergleiche bieten mittlerweile Informationen über die Höhe der Einlagensicherung, um Anleger umfassend zu informieren.

3. Für welche Einlagen gilt die gesetzliche Einlagensicherung?

Grundsätzlich gilt die gesetzliche Einlagensicherung für alle Einlagen, die direkt bei einer Bank getätigt werden können. Hierzu gehören Sichteinlagen auf Girokonten ebenso wie Spareinlagen und Anlagen auf Tagesgeldkonten. Auch Festgelder werden über die gesetzliche Einlagensicherung vollumfänglich geschützt. Hierbei muss beachtet werden, dass festverzinsliche Wertpapiere, die durch die jeweilige Bank emittiert werden, nicht der Einlagensicherung unterliegen. Hier sollten Anleger immer die Bonität der Bank beachten und beim Kauf der Papiere berücksichtigen.

Lediglich bei Geschäften mit Wertpapieren ist die gesetzliche Einlagensicherung begrenzt. Hier sollten Anleger vorab prüfen, welche Produkte erworben werden und welche Absicherung hier vorhanden ist. Bei Aktienanlagen beispielsweise gibt es keinen individuellen Einlagenschutz. Selbst bei einer Insolvenz der Bank wären die Papiere schließlich noch immer über die Börse handelbar. Gleiches gilt für Zertifikate oder Investmentfonds. Letztere sind durch die besondere Struktur, bei der Gelder über ein Sondervermögen bei einer Drittbank verwahrt werden, besonders geschützt.

4. Müssem Anleger die gesetzliche Einlagensicherung extra beantragen?

Die gesetzliche Einlagensicherung ist ein rechtlich geregeltes System in Deutschland, das für alle Banken gilt. Anleger müssen die gesetzliche Einlagensicherung somit nicht separat beantragen, sondern können diese immer dann beanspruchen, wenn die Gelder bei einem Institut mit Sitz in Deutschland verwahrt werden.

Sollte eine Bank Insolvenz anmelden müssen, tritt die Einlagensicherung dann automatisch in Kraft. Der deutsche Staat wird die Anleger dann in Höhe der gesetzlichen Einlagensicherung entschädigen und so für eventuelle Verluste aufkommen. Lediglich Beträge, die über den Sicherungsbetrag hinaus angelegt werden, sind nicht mehr geschützt. Daher kann es durchaus sinnvoll sein, größere Vermögen differenziert zu investieren und die Anlagen ggf. auf mehrere Banken in unterschiedlichen Ländern aufzuteilen.

5. Gibt es neben der gesetzlichen Einlagensicherung weitere Sicherungssysteme?

Die deutschen Banken sorgen sehr für ihre Kunden und sind daher auch im Bereich der Einlagensicherung sehr aktiv. Neben der bereits vorgestellten gesetzlichen Einlagensicherung gibt es daher weitere Sicherungssysteme, sodass auch größere Anlagebeträge umfassend geschützt werden können.

Bei den Sparkassen greift in diesem Fall beispielsweise die Institutshaftung. Die Institute stehen hierbei gegenseitig für Verbindlichkeiten ein und helfen so, vor einer Insolvenz zu bewahren. Gleiches gilt für die Genossenschaftsbanken, deren zahlreiche Filialen sich ebenfalls gegenseitig finanziellen Schutz bieten.

Bei den Privat- und Geschäftsbanken hingegen wurde ein eigenes System für die Einlagensicherung entwickelt. Über den Bundesverband deutscher Banken übernimmt jedes Institut in Abhängigkeit seiner Größe Geldleistungen, die dann in einem Fonds, dem Einlagensicherungsfonds, angespart werden. Sollte schließlich eines der zum Einlagensicherungsfonds gehörenden Institute in Schieflage geraten und Insolvenz anmelden müssen, wird der Einlagensicherungsfonds die Gelder der Kunden zurückzahlen und so wiederum Verlusten vorbeugen. Die Absicherung pro Anleger ist beim Einlagensicherungsfonds deutlich höher als bei der gesetzlichen Einlagensicherung. Sie beträgt je nach Größe des Instituts oft mehrere Millionen Euro pro Anleger. Informationen hierzu finden sich sowohl bei den jeweiligen Banken wie auch beim Bundesverband, die die Sicherungsgrenzen im Internet veröffentlichen.