Vorteile und Nachteile offener Immobilienfonds

Offene Immobilienfonds bieten Anlegern die Möglichkeit, einen Teil ihres Geldes in den Immobiliensektor zu investieren, ohne selbst ein Haus kaufen zu müssen. Erträge werden hier durch Mieteinnahmen erzielt, die als vergleichsweise stetig gelten. Damit bieten sich offene Immobilienfonds durchaus als “Fundament” eines jeden Depots an, sofern die Besonderheiten dieser Fondsgattung beachtet werden.

Offene Immobilienfonds als Geldanlage

Wie der Name schon vermuten lässt, investieren offene Immobilienfonds das Geld der Anleger in Immobilien. Anders als geschlossene Fonds, die lediglich eine einzige Immobilie finanzieren, wird das Geld bei offenen Fonds in bis zu 100 verschiedene Objekte, meist Bürogebäude oder Lagerhallen, investiert. Diese Objekte gehen in das Eigentum des Fonds und damit auch in das Eigentum der Anleger über. So ist es möglich, auch ohne einen direkten Hauskauf in den Immobiliensektor in Deutschland, Europa oder weltweit zu investieren. Die Erträge des Fonds werden schließlich aus den Mieteinnahmen erzielt, die die Mieter regelmäßig überweisen. Durch die Vielzahl der Objekte ist das Risiko des Leerstandes vergleichsweise gering, denn selbst wenn ein Objekt nicht oder nur zum Teil vermietet werden kann, können andere Immobilien eventuelle Verluste ausgleichen. Da die offenen Immobilienfonds zudem langfristige Mietverträge schließen, reduziert sich das Risiko weiter.

Die Vorteile offener Immobilienfonds

immobilienOffene Immobilienfonds bieten Anlegern den Vorteil, in den Immobiliensektor zu investieren und damit von steigenden Miet- und Immobilienpreisen zu profitieren. Anders als bei einem Hauskauf ist ein solches Investment zudem mit kleinen Anlagesummen möglich, denn ein Kauf ist bereits ab nur einem Fondsanteil möglich. Die Verwahrung und Verwaltung erfolgt schließlich im Wertpapierdepot des Anlegers und damit entweder bei dessen Hausbank oder einem Direktbroker. Anleger, die ein kostenfreies Wertpapierdepot gewählt haben, können ihre Fondsanteile sogar ohne zusätzliche Kosten verwahren lassen.

Durch das vergleichsweise geringe Risiko bei offenen Immobilienfonds konnten sich diese Anlagen in der Vergangenheit recht positiv entwickeln. Durchschnittliche Renditen von 2-5 Prozent pro Jahr waren je nach Fondsgesellschaft möglich. Damit erreichen offene Immobilienfonds zwar nicht die Renditen von Aktien- oder Mischfonds, bieten aber ein gutes “Fundament” für jedes Wertpapierdepot. Zudem sind Immobilieninvestitionen Anlagen in Sachwerten, die gerade in Zeiten hoher Inflationswerte für Sicherheit sprechen.

Diese Vorteile bieten offene Immobilienfonds:

  • stetige Entwicklung mit vergleichsweise geringen Risiken
  • Möglichkeit einer Investition in den Immobilienmarkt
  • Langfristige Investments möglich
  • Sicherheit durch Investition in Sachwerte

Die Nachteile offener Immobilienfonds

Offene Immobilienfonds bieten jedoch nicht nur Vorteile. Anleger sollten auch die Besonderheiten dieser Fondsgattung berücksichtigen, die sich auf die Anlageentscheidung durchaus auswirken können. Zum einen sollte bedacht werden, dass der Ausgabeaufschlag bei offenen Immobilienfonds bis zu fünf Prozent betragen kann. Einige Banken haben den Ausgabeaufschlag bereits auf 3-4 Prozent reduziert. Weitere Ersparnisse bieten Direkt- oder Onlinedepots, bei denen zum Teil 50 Prozent der Kosten eingespart werden können. Nachteilig ist zudem, dass offene Immobilienfonds seit dem Jahr 2013 mit einer Mindesthaltefrist von 24 Monaten und einer Kündigungsfrist von zwölf Monaten ausgestattet wurden. Hintergrund war die Tatsache, dass Anleger in den Krisenjahren 2008-2010 vermehrt Gelder aus offenen Immobilienfonds abgezogen hatten. Dieser Mittelabfluss hatte dazu geführt, dass Immobilien zum Tei unter Wert verkauft werden mussten und der Fonds in der Folge nicht mehr Aufrecht erhalten werden konnte. Um dies künftig zu vermeiden und Immobilienanlagen sicherer zu machen, müssen Anleger nun bei Neukäufen eine Mindesthaltedauer von 24 Monaten einhalten. Wird das Geld benötigt, muss dies zudem zwölf Monate vorher angekündigt werden. So können die Fonds deutlich besser kalkulieren. Schließlich sind Immobilienanlagen ebenfalls langfristig.

Anlage als Sparplan oder Einmalinvestment möglich

Anlagen in offenen Immobilienfonds können je nach Wunsch sowohl als Einmalanlage wie auch als Sparplan getätigt werden. Einmalinvestments sind, wie bereits erwähnt, auch mit kleinen Summen möglich. Die geringste Summe ist ein einziger Fondsanteil, der bei den meisten Fondsgesellschaften für weniger als 100 Euro zu haben ist. Natürlich ist es auch möglich, höhere Beträge zu investieren. Aufgrund der Restriktionen beim Verkauf raten Experten allerdings dazu, nicht mehr als 20 Prozent des Vermögens in offene Immobilienfonds zu investieren. Zusätzlich bieten viele Banken die Möglichkeit, Sparpläne für offene Immobilienfonds anzulegen. Hier wird dann eine monatliche Summe von 50 oder 100 Euro entsprechend investiert. Je nach Fondspreis werden dann Monat für Monat entsprechende Fondsanteile erworben, die dann an der Entwicklung der Fonds teilhaben können. Aufgrund der langfristigen Anlage und der relativen Sicherheit eignen sich Sparpläne in offenen Immobilienfonds auch sehr gut für Kinder. Eltern legen ohnehin langfristig an, sodass die Kündigungsfristen nicht störend sind.