Bausparverträge als alternative Geldanlage

Sparer, die Geld anlegen wollen, haben es in der heutigen Zeit schwer. Viele Banken bieten auf Sparkonten oder Tagesgeldkonten nur noch Minizinsen, die oft nicht einmal die Inflation aufwiegen. Aktien oder Investmentfonds hingegen sind für viele Anleger keine Alternative, da diese ein nicht zu unterschätzendes Risiko bergen. Für Eigenheimbesitzer und Menschen, die es werden wollen, kann in solchen Situationen der Bausparvertrag durchaus interessant sein. Nicht nur, dass hier vergleichsweise hohe Guthabenzinsen erzielt werden können, wird später einmal das Darlehen benötigt, kann dieses zu günstigen Konditionen aufgenommen werden.

Der Zusammenhang von Guthaben- und Kreditzinsen

Guthaben- und Kreditzinsen sind bei den Banken eng miteinander verbunden. Erhalten die Institute bei der Vergabe von Krediten hohe Zinsen, können sie auch an Sparer entsprechend gute Konditionen vergeben. Grundlage für die Berechnung ist der Leitzins der Europäischen Zentralbank, der auf Basis der aktuellen Finanz- und Wirtschaftslage ermittelt wird. Um die Investitionstätigkeit zu fördern und die Belastung von Schuldnern zu reduzieren, hat die Zentralbank im Zuge der Wirtschaftskrise den Leitzins mehrmals nach unten gesenkt. Seit September 2014 gilt der historische Tiefststand von nur noch 0,05 Prozent. Die Banken können sich somit nahezu kostenlos Geld von der Zentralbank leihen, um dieses als Kredit zu vergeben. Die Kreditzinsen sind in der Folge drastisch gefallen. So ist es heute möglich, ein Baudarlehen mit zehnjähriger Zinsbindungsfrist mit Konditionen von nur 1,5-2,0 Prozent aufzunehmen. Gleichzeitig jedoch sind auch die Zinsen für Sparprodukte gefallen, denn auch diese richten sich nach dem Leitzins. Für Tagesgeldkonten bieten viele Institute wenig mehr als 0,1-0,2 Prozent, auch bei Festgeldanlagen sind aktuell bei ein- bis zweijähriger Festschreibung nur noch rund 0,5-0,8 Prozent zu erzielen.

Sachwertanlagen gelten als Alternative

Auf der einen Seite freuen sich also die Kreditkunden, da diese nun zu sehr günstigen Konditionen Darlehen aufnehmen können. Selbst Menschen, die aufgrund der hohen Zinsbelastung noch vor einigen Jahren den Traum von den eigenen vier Wänden nicht erfüllen konnten, haben jetzt die Gelegenheit, ein Eigenheim oder eine Eigentumswohnung zu erwerben. Sparer hingegen haben es schwer, eine adäquate Anlage zu finden, die noch Rendite bietet. Banken und Sparkassen werben in diesem Zusammenhang häufig mit Investmentfonds. Diese investieren in Wertpapiere wie Aktien, festverzinsliche Papiere oder Immobilien und sollen so attraktive Renditen bieten. Grundsätzlich sind Wertpapieranlagen in der aktuellen Wirtschaftslage durchaus interessant, denn mit ihnen ist es möglich, von den positiven Entwicklungen am Aktienmarkt zu profitieren. Allerdings weisen Wertpapieranlagen immer auch Kurs- und Wertschwankungen auf. Anleger sollten daher nur dann entsprechend investieren, wenn ausreichend Zeit zur Verfügung steht, eventuelle Verluste auszugleichen. Sollten Anleger das Risiko gänzlich scheuen, bleibt ihnen nur die Anlage in Festgeld oder Tagesgeld, denn Anlagen sind hier zum einen durch die gesetzliche Einlagensicherung und zum anderen durch die individuelle Einlagensicherung der jeweiligen Institute geschützt. In solchen Fällen muss allerdings auf Rendite verzichtet werden.

Bausparverträge als alternative Geldanlage

Obwohl Bausparen in Deutschland bereits seit dem Ende der 1940er Jahre durchaus beliebt ist, kennen viele Anleger und Sparer die Vorteile eines solchen Vertrages kaum. Er eignet sich nämlich durchaus als alternative Geldanlage, denn während der Sparphase erhalten Anleger von der Bausparkasse einen festen und sicheren Anlagezins. Dieser liegt je nach Bausparkasse bei 0,25 – 1,0 Prozent und damit durchaus auf dem Niveau von Spar- und Festgeldanlagen. Gleichzeitig haben Bausparer die Möglichkeit, staatliche Förderungen in Anspruch zu nehmen. So ist es zum einen möglich, die Arbeitnehmersparzulage zu erzielen, zum anderen kann aber auch die Wohnungsbauprämie genutzt werden. Sparer, die beide Zulagen erhalten, können so eine Rendite von mehr als drei Prozent erreichen. Und dies ganz ohne Risiko. Doch Bausparverträge sind nicht nur reine Sparprodukte wie baufinanzierungen.com berichtet. Sie können später auch zum Finanzieren genutzt werden. Wurde nämlich die erforderliche Mindestsparsumme eingezahlt und ist die notwendige Bewertungssumme erreicht, kann das Bauspardarlehen genutzt werden. Die Konditionen hierfür werden bereits bei Vertragsabschluss vereinbart. Wird der Vertrag jetzt zu den aktuell niedrigen Zinssätzen abgeschlossen, sind Konditionen von 1,35-1,5 Prozent durchaus möglich. Diese Zinsen bleiben dann bis zur Inanspruchnahme des Kredites erhalten, auch dann, wenn diese erst in einigen Jahren erfolgt.

Bausparen ist für viele Menschen durchaus sinnvoll

Der günstige Darlehenszins bei Bausparverträgen sorgt dafür, dass viele Vorhaben zu sehr günstigen Konditionen abgewickelt werden können. Zudem ist ihr Einsatz sehr individuell. Egal, ob Hausbau, Hauskauf oder Renovierung, Bauspardarlehen können für jeden dieser Verwendungszwecke genutzt werden. Ein weiterer Vorteil ist die Tatsache, dass die einmal vereinbarten Zinsen für die gesamte Darlehenslaufzeit konstant bleiben. Anders als bei Bankdarlehen ist es hier also nicht nötig, nach einigen Jahren neu zu verhandeln. Dies bietet Planungssicherheit, die Hausbesitzer unbedingt benötigen. Letztlich können Bausparer mit entsprechenden Verträgen auch die staatliche Riester-Förderung in Anspruch nehmen und so schon frühzeitig fürs Alter vorsorgen. Aufgrund dieser Vorteile ist ein Bausparvertrag durchaus eine Anlagealternative, und zwar sowohl für Hausbesitzer wie auch für junge Leute, die später vielleicht einmal bauen wollen. Hausbesitzer können den Bausparvertrag als „Krankenschein fürs Haus“ nutzen und damit quasi eine Investitionsrücklage schaffen. Wer noch kein Hausbesitzer ist, kann mit dem Bausparvertrag das für die Finanzierung notwendige Eigenkapital ansparen. Bausparverträge können auch bereits für Kinder abgeschlossen werden, um ihnen später den Start ins Leben zu erleichtern.