Leitzinssenkung der EZB und deren Auswirkung

1. Dezember 2008

Die Auswirkungen der Leitzinssenkungen sind kaum mehr absehbar. So ziemlich alle Produkte der Banken und anderer Anbieter sind davon betroffen und selbstverständlich bleibt das beliebte Tagesgeldkonto davon nicht unberührt. Bereits viele Banken musste nach einem guten Zinshoch die Zinssätze für das Tagesgeldkonto wieder senken. Zum 04.12.2008 ist eine weitere Zinssenkung eingetreten, die von der EZB – der Europäischen Zentralbank – bekannt gegeben wurde. Die Basispunkte sind auf 75 gesunken und damit beträgt der Leitzins nur noch 2,50 Prozent. Das Negative ist, dass bereits klar ist, dass es weitere Senkungen geben wird, die sich auch weiter auf die Banken und deren Produkte auswirken. Besonders betroffen sind von diesen Änderungen die Privatanleger, die mit ihrem Festgeldkonto oder ihrem Tagesgeldkonto ein bisschen Gewinn machen möchten. Das können sie selbstverständlich nicht immer, doch Zinssätze von 5,00 Prozent werden wohl in der näheren Zukunft nicht mehr erreicht werden können.

Hauptrefinanzierungssatz
Die meisten Banken orientieren sich am Leitzins und so musste beispielsweise die Netbank von 5,10 Prozent auf 4,00 Prozent für das Tagesgeldkonto kürzen. Die 1822direkt bietet 4,50 Prozent für das Guthaben an. Das ist noch immer ein guter Zinssatz, doch vorher lag er eben bei 5,05 Prozent. Auch die Comdirekt konnte den Zinssatz von 5,00 Prozent nicht mehr halten und ist ebenfalls auf 4,50 Prozent zurückgegangen. Betroffen von der Senkung des Leitzinses sind die Banken daher, weil sich dieser in drei Zinsen unterteilt. So wird von der EZB der Zinssatz für das Hauptrefinanzierungsgeschäft herausgegeben und auch der Einlagensatz sowie der Spitzenrefinanzierungssatz. Der Hauptrefinanzierungssatz ist der wichtigste von der EZB herausgegebene Zinssatz. Hierbei handelt es sich um den Leitzins, den die Banken nutzen können. Wöchentlich wird dieser aktualisiert und dem Wirtschaftsmarkt angepasst. Unter diesem Zinssatz kann keine Bank ein Geschäft anbieten.

Einlagenzinssatz und Spitzenrefinanzierungssatz
Der Spitzenrefinanzierungssatz ist ebenfalls für die Banken an sich gedacht. Hier müssen entsprechende Sicherheiten hinterlegt werden. Über Nacht und praktisch unbegrenzt ist es den Banken hiermit möglich eine Liquidität zu erhalten, und zwar aus dem Eurosystem. Faktisch gesehen ist dieser Spitzenrefinanzierungssatz die Obergrenze des Tagesgeldzinssatzes, den eine Bank anbieten kann, denn über diesen Zinssatz hinaus wird keine Bank ein Angebot abgeben können. Die Einlagenfazilität ist die Anlagemöglichkeit für Gelder einer Bank. Hat ein Kreditinstitut einen Überschuss zu verzeichnen, kann dieser innerhalb von einem Tag im Eurosystem angelegt werden. Einen niedrigeren Zinssatz als den Einlagenzins wird keine Bank akzeptieren und daher bildet dieser im Verhältnis zum Spitzenrefinanzierungssatz die Untergrenze für den Tagesgeldzinssatz. Anhand dieser drei wichtigen Leitzinsen macht sich der Zinssatz für das Tagesgeldkonto fest, nachdem sich die Banken richtigen müssen, damit sie kein Minusgeschäft machen.

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