Nichtveranlagungsbescheinigung

Personen, die nur geringe Einkünfte erzielen, sind in Deutschland meist nicht einkommenssteuerpflichtig. Damit auch die Einkünfte aus Kapitalvermögen und damit die Zinsen der Tagesgeldanlage steuerfrei bleiben, können beispielsweise Rentner, aber auch Studenten, Kinder und Menschen mit einer geringfügigen Beschäftigung häufig die so genannte Nichtveranlagungsbescheinigung bei ihrem zuständigen Finanzamt beantragen. Wird sie ausgestellt, werden alle Zinseinkünfte steuerfrei gestellt und können so ohne die Abführung der Abgeltungssteuer vereinnahmt werden.

Die Nichtveranlagungsbescheinigung ist somit eine Alternative zum Freistellungsauftrag. Dieser kann lediglich bis zu einer Höhe von 801 Euro pro Person gestellt werden. Übersteigen die Zinsen vom Tagesgeldkonto diesen Betrag, müssen sie mit 25 Prozent Abgeltungssteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer versteuert werden. Anleger verlieren so mehr als 30 Prozent ihrer Erträge. Mit der Nichtveranlagungsbescheinigung entfällt dieser Steuerabzug, denn die Tagesgeldzinsen sind nicht mehr auf 801 Euro beschränkt, sondern können unbeschränkt vereinnahmt werden. Gleiches gilt natürlich für Zinsen aus anderen Festanlagen sowie für Dividenden und Fondsausschüttungen. Auch sie unterliegen der Abgeltungssteuer und können mit der Nichtveranlagungsbescheinigung freigestellt werden.

In der Regel gilt die NV-Bescheinigung über einen Zeitraum von drei Jahren. Nach Ablauf dieses Zeitraums ist es nötig, einen neuen Antrag beim Finanzamt zu stellen. Die notwendigen Formulare können entweder direkt beim Finanzamt bestellt oder aber aus dem Internet gezogen werden. Mit Eingang des Antrages dann beim Finanzamt nun erneut geprüft, ob die Voraussetzungen für die Ausstellung der NV-Bescheinigung weiterhin gegeben sind und ob diese ausgestellt werden kann. Ist die Prüfung positiv, erhalten Anleger die neue Bescheinigung für weitere drei Jahre zugesandt, um sie dem jeweils kontoführenden Kreditinstitut einreichen zu können.

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