Inflation

Als Inflation wird ein allgemeiner Preisanstieg bezeichnet, der statistisch auf verschiedene Weise gemessen werden kann. Die Berechnung über einen Warenkorb ist sehr geläufig, muss aber nicht zu genauen Ergebnissen führen. Die Kernrate der Inflation nimmt bestimmte Güter wie Lebensmittel und Energie gerade aus dem Warenkorb heraus, da diese Schwankungen unterliegen, die mit der Geldwertstabilität nichts zu tun haben. Eine gewisse Inflation – in Europa etwa nach EZB-Leitlinien (Europäische Zentralbank) bis zwei Prozent jährlich – wird als gesund betrachtet, weil das Gegenteil (die Deflation) ebenfalls gefährlich sein kann.

Ursachen für die Inflation
Die Hintergründe einer Inflation sind sehr komplex, es existieren hierzu widersprüchliche und nur teilweise nachvollziehbare Hypothesen. Eine davon lautet, dass eine umlaufende Geldmenge Einfluss auf die Inflation hat, was einleuchtend erscheint. Wenn Staaten die “Notenbankpresse anwerfen”, wie noch heute in unterentwickelten Volkswirtschaften üblich, ist mehr Geld im Umlauf, als Gegenwert an Waren und Dienstleistungen zur Verfügung steht. Da die gegen die Geldmenge knapper gewordenen Güter mit mehr Geld nachgefragt werden, steigt ihr Preis, es entsteht Inflation. Auch eine Senkung von Kreditzinsen, ausgehend von Zentralbankzinsen, kann die Inflation erhöhen, denn billiges Geld wird verstärkt aufgenommen, mithin können verstärkt Güter mit dem Effekt der Preissteigerung nachgefragt werden. Diese Hypothese wird von modernen Zentralbanken präferiert, weshalb ein probates Mittel gegen Inflation eine Anhebung der Leitzinsen sein kann. Bei allen Hypothesen über die Inflation ist zu beachten, dass aufgrund der europäischen, vor allem der deutschen Hyperinflation der 1920er Jahre starke Inflationsängste existieren, das Gegenteil – die Deflation – aber genauso gefährlich sein kann.

Messung und Auswirkung der Inflation
Eine Messung der Inflation erfolgt wie erwähnt über Warenkörbe, deren Zusammenstellung strittig sein kann. Zu beachten ist hierbei, dass es eine reale und eine gefühlte Inflation gibt. Letztere machte sich beispielsweise bei der Einführung des Euro bemerkbar. Die reale Inflation beträgt in der Eurozone seit Jahren selten mehr als zwei Prozent, sie hat dennoch einen Effekt auf die Wirtschaft und auf Geldanlagen. Wer Geld anlegt, sollte möglichst Zinsen über der Inflationsrate erwirtschaften. Doch selbst Zinsen in ungefährer Höhe der Inflation sind besser als Geld “unter dem Kopfkissen”, denn nicht verzinstes Geld wird ganz real in Höhe der Inflationsrate wertloser. Wer also im Dezember 2011 ein kleines Bündel Euronoten unter die Teppichkante schob, beispielsweise 1.000 Euro, besitzt heute nur noch den Gegenwert von rund 980 Euro.

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