Goldene Bankregel

Die Goldene Bankregel vermeidet als klassische Finanzierungsregel die Liquiditätsrisiken von Banken, indem eine sogenannte fristenkongruente Finanzierung angewendet wird. Das bedeutet, dass aufgenommenes Kapital der Bank nur so lange verliehen wird, wie der Bank selbst Zeit für die Rückführung bleibt. Bei strikter Anwendung können allerdings im Kreditgeschäft Fristen schlecht oder gar nicht transformiert werden, weshalb die Goldene Bankregel fließend zur Anwendung kommt.

Goldene Bankregel in der Praxis

Praktisch soll eine Bank bei strikter Anwendung der Goldenen Bankregel so viel Eigenkapital vorhalten, wie sie selbst ausgeliehen hat. Für den Bereich der Tagesgeld- und Festgeldanlagen hat die Regel insofern Bedeutung, als dass Banken, die selbst Kredite vergeben, möglichst im Gegenwert über Tagesgeldanlagen ihrer Kunden verfügen sollten. Das lässt sich natürlich kaum 1:1 umsetzen, sodass heute eine Fristentransformation betrieben wird. Banken verleihen Geld und werben gleichzeitig Anlagen ein, drittens nehmen sie selbst Kapital bei der Zentralbank auf. Dennoch streben sie eine Fristenkongruenz an, verleihen also möglichst nicht sehr langfristig Geld, während ihre Einlagen nur aus kurzfristigen Tagesgeldanlagen bestehen. Wenn es so wäre, müsste dies Auswirkungen auf die Zinsen der Tagesgelder haben, indem die Bank beispielsweise durch Zinserhöhungen die Anleger zu einer längeren Frist ihrer Tagesgeldanlage motiviert.

Fristenkongruenz und Fristentransformation

Strikte Fristenkongruenz würde bedeuten, Kunde A nimmt einen Kredit über eine Summe X und eine Laufzeit Y auf, Kunde B legt in der gleichen Höhe über die gleiche Laufzeit Festgeld an. Sollte das nicht gelingen und die Festgeldsumme den Gegenwert des Kredits nicht erreichen, nimmt die Bank bei der Zentralbank einen geringer verzinsten Kredit auf, aber nur so lange, bis Kunde A seinen Kredit getilgt hat. Die Zinsen für die Festgeldanlage sowie für den aufgenommenen Kredit der Bank liegen unter denen des Kredits von Kunde A, es entsteht für die Bank ein Zinsgewinn bei absoluter Fristenkongruenz.

Praktisch transformiert die Bank die Fristen, da Kunde B sein Festgeld kürzer anlegt als Kunde A seinen Kredit tilgt. Die Bank wirbt daher rechtzeitig neues Festgeld ein und hält damit genügend Kapital vor, um ein Liquiditätsrisiko durch einen Kreditausfall von Kunde A zu vermeiden.

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