Geldmarktkonto

Es gehört zu den flexibelsten und unverbindlichsten Anlagemöglichkeiten – das Geldmarktkonto. Geldmarktkonten werden häufig auch als sogenannte Tagesgeldkonten bezeichnet. Beide Bezeichnungen leiten sich aus der Tatsache ab, dass die Höhe der für die Anlage auf einem Geldmarktkonto gewährten Zinserträge praktisch täglich vom Zinsniveau des Geld- und Kapitalmarktes abhängt. Ein Festzins existiert für dieses Anlagekonto aus diesem Grund nicht. Das kontoführende Kreditinstitut hat theoretisch das Recht einer täglichen Veränderung des Zinssatzes. In der Praxis erfolgen Zinsanpassungen für Geldmarktkonten in aller Regel jedoch nicht in solch kurzen, sondern eher nur für übersichtlichere Zeiträume – allerdings immer auch in Abhängigkeit der Zinsänderungen an den Märkten.

Das Geldmarktkonto sollte immer dann zur Geldanlage genutzt werden, wenn für den Anleger Flexibilität im Vordergrund steht. Möchte er völlig frei ein- bzw. auszahlen, dann ist diese Kontoart durchaus geeignet. Auch für sehr kurzfristige Anlagezeiträume kann diese Anlageart empfohlen werden. Denn Kontoführungsgebühren, Ausgabeaufschläge oder Kündigungsfristen existieren nicht. Die klassische Beispielanlage, für die ein Geldmarktkonto perfekt „passt“, wäre das kurzfristige Parken von Geldern, die bereits für in naher Zukunft liegende Ausgaben verplant sind und deshalb nicht anderweitig angelegt werden können.

Wer sein Kapital langfristig strukturiert anlegen möchte, sollte auch auf andere Anlagemöglichkeiten zurückgreifen. Sicher gehört das Geldmarktkonto dazu. Allerdings wie erwähnt eher nur für den Teil des Gesamtvermögens, der flexibel und kurzfristig verfügbar bleiben muss bzw. soll. Kapital, das der Anleger mittel- bis langfristig nicht benötigt, kann anderweitig meist besser verzinst angelegt werden. Der Grund dafür liegt im kurzfristigen Marktzins, der für die Verzinsung von Geldmarktkonten zugrunde gelegt wird. Bei einer gewöhnlichen Zinskurve ist dieser niedriger, als Zinssätze mittel- bis langfristiger Anlagezeiträume. Einlagen auf Geldmarktkonten werden deshalb in der Praxis in aller Regel schlechter verzinst als im Rahmen alternativer Anlagemöglichkeiten. Lediglich in der Zeit der sogenannten Finanzkrise in den Jahren 2008 bis 2010 brachten kurzfristige Einlagen höhere Erträge als längerfristige Anlageformen. Eine solche Zinssituation ist jedoch eher die Ausnahme.

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