Freistellungsauftrag

Dem sogenannten Freistellungsauftrag wird in der Bundesrepublik Deutschland ein besonderer Stellenwert beigemessen. So haben private Anleger die Möglichkeit eine Auszahlung ihrer Kapitalerträge ohne Abzüge zu beantragen. Neben dem Betrag für die sogenannte Kapitalertragssteuer wird auch der Betrag für den Zinsabschlag durch die Beantragung eines Freistellungsauftrags gemindert. Sofern der Anleger bei seinem Kreditinstitut keinen Freistellungsauftrag beantragt hat, führt das jeweilige Kreditinstitut die festgelegten Beträge an das Finanzamt ab. Im Rahmen der Abführung gehen circa 30 Prozent der Kapitalerträge als ein sogenannter Zinsabschlag an das Finanzamt. Weitere fünf Prozent werden dem zuständigen Finanzamt als Solidaritätszuschlag zugeführt.

Die bereits abgeführten Beträge können somit erst im Rahmen der Einkommenssteuer geltend gemacht werden. Im Rahmen der Antragsstellung kann eine Aufteilung des gesamten Freibetrags in Erwägung gezogen werden. Sofern ein Ehepaar in der Steuererklärung gemeinsam veranlagt ist, darf nur ein gemeinsamer Freistellungsauftrag gestellt werden. In Bezug auf die Höhe der jeweiligen Freibeträge hat der Gesetzgeber eindeutige Bemessungsgrundlagen festgelegt. So wird alleinstehenden Personen ein Freibetrag von bis zu 801 Euro gewährt. Verheiratete Paare profitieren von einem Freibetrag in Höhe von 1.602 Euro. Für Erträge aus sogenannten Tafelgeschäften sowie für Erträge aus Treuhandkonten kann kein Freistellungsauftrag gestellt werden. Für Freistellungsaufträge, welche nach dem 01.01.2011 gestellt werden, ist eine Übermittlung der sogenannten bundeseinheitlichen Steuer-Identifikationsnummer von wesentlicher Bedeutung.

Durch die neue Vorschrift sollen die erhobenen Daten den jeweiligen Personen leichter zugeordnet werden können. Die Erteilung eines Freistellungsauftrags ist grundsätzlich kostenlos. Sowohl Rentner als auch Kinder können bei ihrem Kreditinstitut einen sogenannten Antrag auf Nichtveranlagung stellen. Die Beantragung einer Nichtveranlagungsbescheinigung empfiehlt sich, sofern die Einkünfte aus dem Kapitalvermögen deutlich höher sind als das eigene Einkommen.

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