Europäische Zentralbank (EZB)

Europäische Zentralbank (EZB)

Die Europäische Zentralbank – EZB – ist das Bankorgan der Europäischen Union mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie wurde 1998 gegründet und bestimmt seither maßgeblich die Geldpolitik in der Eurozone. Sämtliche Tages- und Festgeldanlagen, private und gewerbliche Kredite hängen in ihren Konditionen von den Leitzinsen der EZB ab. Daneben bestehen weiter die nationalen Zentralbanken, die mit der EZB gemeinsam Europas Zentralbankensystem ESZB bilden.

Die Aufgaben der EZB

Als EU-Organ gemäß dem Lissaboner Vertrag von 2007 stellt die EZB eine juristisch unabhängige Institution dar, sie ist an keine Weisungen der EU-Kommission gebunden. Ihre Aufgaben bestehen vornehmlich in der Überwachung der europäischen Banken und der Geldwertstabilität, was vorrangig durch die Festlegung von Leitzinsen und die Regulierung der Geldmenge geschieht. Weitere Mittel sind der An- und Verkauf von Staatsanleihen der Mitgliedsstaaten sowie von Devisen. Damit reguliert die EZB den Verschuldungsgrad einzelner Mitgliedsstaaten mit, auch hat sie Einfluss auf den Eurokurs, die Inflation und die Konjunktur. Die Mittel der EZB unterliegen strengen Regularien der Verträge von Maastricht und Lissabon, weshalb ihre Macht zwar groß, aber längst nicht unbegrenzt ist. Des Weiteren existieren politische Traditionen einer mehr oder weniger starken Unabhängigkeit einer Zentralbank, die seit Bestehen der EZB zwischen den europäischen Mitgliedsländern neu verhandelt werden müssen. In Deutschland war die Bundesbank als Zentralbank stets sehr unabhängig, andere europäische Länder haben hierzu eine differenzierte Auffassung, auch die amerikanische FED ist traditionell etwas weniger unabhängig, als es beispielsweise die Bundesbank bis 1998 immer war.

Der Einfluss der EZB-Zinsen

Vorrangige Aufgabe einer jeden Zentralbank ist das Wahren der Preisstabilität beziehungsweise das Verhindern einer überstarken Inflation, wobei eine jährliche Preissteigerung bis zwei Prozent für den durchschnittlichen Warenkorb als gesund angesehen wird. Bei höherer Inflation müsste die EZB die Leitzinsen erhöhen, was einer konjunkturellen Entwicklung zuwiderlaufen könnte. Die EZB-Zinsen werden daher sehr behutsam so angepasst, dass das Gleichgewicht zwischen gesunder Preisentwicklung und Konjunktur erhalten bleibt. Hohe EZB-Leitzinsen ziehen automatisch höhere Tagesgeld-, Festgeld- und Kreditzinsen nach sich.

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