Abgeltungssteuer

Die seit Anfang 2009 geltende Abgeltungssteuer hat die bis dahin unterschiedliche steuerliche Behandlung von Kapitalerträgen vereinheitlicht. Während für bis Ende 2008 erzielte Zinserträge und Kursgewinne unterschiedlichen Besteuerungsgrundlagen galten, werden diese im Rahmen der neuen Abgeltungssteuer nun praktisch identisch behandelt. Sowohl für Erträge aus verzinslichen Anlageformen als auch für erzielte Kursgewinne gilt ein einheitlicher Steuersatz von 25% des Ertrags. Hinzu kommt der auch bereits vor 2009 existente Solidaritätszuschlag (kurz: „Soli“), dessen Höhe sich auf 5,5% beläuft. Berechnungsgrundlage für den Soli ist allerdings nicht der Ertrag, sondern die berechnete Abgeltungssteuer. Ist der Anleger kirchlich, kann er auf eigene Veranlassung hin auch Kirchensteuer berechnen lassen. Ein Berechnungsbeispiel:

Ein Anleger erzielt einen Kapitalertrag in Höhe von 1000 Euro, den er versteuern muss. Kirchensteuer wird nicht berechnet. Wie hoch sind die Steuerabzüge für den Anleger?

1000 Euro Ertrag x 25% Abgeltungssteuersatz = 250 Euro Abgeltungssteuer
250 Euro Abgeltungssteuer x 5,5% Steuersatz Solidaritätszuschlag = 13,75 Euro

250 Euro + 13,75 Euro = 263,75 Euro Gesamtsteuerabzug

Die berechneten 263,75 Euro werden dem Anleger als Steuer berechnet und direkt vom Kreditinstitut ans zuständige Finanzamt abgeführt. Mit Abführung der Abgeltungssteuer gilt die Besteuerung des betreffenden Ertrags als abgegolten. Das bedeutet, dass der Anleger seinen Ertrag nicht mehr in der Steuererklärung angeben muss. Denn eine Nachversteuerung ist grundsätzlich nicht nötig. Lediglich dann, wenn der persönliche Einkommensteuersatz des Steuerpflichtigen geringer als 25% wäre, macht die Angabe der Besteuerung im Rahmen der Einkommensteuererklärung aus Sicht des Betroffenen Sinn. Denn in diesem Fall wird die Differenz zwischen dem Einkommensteuersatz und der berechneten 25% Abgeltungssteuer erstattet.

Mit Einführung der Abgeltungssteuer wurden die bis dahin gültigen Freibeträge für Kapitalerträge praktisch nicht verändert. Anleger können nach wie vor Erträge von bis zu 801 Euro (Ledige) bzw. 1602 Euro (zusammen veranlagte Ehegatten) jährlich steuerfrei vereinnahmen. Dazu ist wie bereits bekannt die Stellung eines Freistellungsauftrages gegenüber dem betreffenden Kreditinstitut notwendig.

(Angaben ohne Gewähr)

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